Wie wohl jeder bemerkt hat, hatten wir diese heftige Hitzewelle, die die einen mehr, die anderen weniger gut leiden konnten.
Auf Facebook folge ich Jörg Kachelmann - man kann von ihm halten was man will, aber er weiß einfach, wovon er spricht, und seine Wetterberichte wie auch die -tendenzen haben Hand und Fuß.
Dementsprechend vorgewarnt war ich, dass eine Kaltfront aus Frankreich auf Südwestdeutschland zurauscht. Ich habe auch den Radar beobachtet, aber bei uns sah lange alles harmlos aus - Sonne, blauer Himmel, alles toll.
Gegen Abend wurde es aber immer dunkler, und dann ging es auch relativ schnell. Mein Mann ging eben noch mit dem Hund spazieren, dachte, es würde noch reichen, und schon kam die massive Front auf uns zu, unaufhaltsam. Und das ging so wahnsinnig schnell!
Tja und dann ging es knall auf Fall, und mir rutschte das Herz so richtig in die Hose: auf einmal kam eine Windböe und fegte jede Menge Sand und trockene Erde über die Straße, so dass es eine richtig weißgraue Wand war. Dann kam eine Böe, die uns echt ins Straucheln brachte (ich stand noch in der Tür da ich die obigen Fotos geschossen habe, das erste ist ein Handybild, das zweite habe ich mit der Kamera gemacht, falls ihr euch über die Qualitätsunterschiede wundert. ;) ). Und diese zweite Böe war fatal; eben noch stand ich ein wenig beunruhigt in der Tür und hielt Ausschau nach meinem Mann, da hörte ich plötzlich ein Splittern. Verwirrt drehte ich mich um und sah nur noch einen Baum, der an unserer Straße stand, in Zeitlupe umfallen und rauschend zu Boden gehen.
Ab da war ich ein Nervenbündel, denn plötzlich standen wir mitten im Sturm, die Mülltonnen fielen um, Sachen rauschten über die Straße, und da kam mein Mann auch schnell angerannt, während wir uns im Haus verschanzten.
Meine Tochter hatte das Ganze ein Stockwerk über mir mitbekommen und gesehen, wie der Baum umgekracht war. Sie ist 9 Jahre alt, und das war der pure Horror für sie. Sie hätte nie für möglich gehalten, dass eine Böe so etwas anstellen kann, und in ihrer Fantasie und Angst sah sie wohl schon unser Haus davonfliegen. ;)
Ich muss sagen, mich hat der Baum aber auch extrem erschreckt, zumal draußen wirklich auf einmal die Hölle los war! Der Krach, immer knallte irgendwo etwas, die Türen und Fenster rappelten, so dass ich durchs Haus rannte und überall die Rolläden runterließ. Zum einen, dass uns nichts in die Fenster knallt, zum anderen, dass meine Tochter nicht noch mehr herumfliegen sieht und noch ängstlicher wird.
Ich war wirklich aber auch selbst total durch den Wind, überall rappelte es und der Wind pfiff ganz fies, Bilder fielen von den Wänden (Durchzug!), ich wusste gar nicht wo ich zuerst hinrennen soll, schließlich geht unser Haus über 3 Stockwerke!
Die Dachfenster hat es mir fast aus den Händen gerissen, die Vorhänge flatterten nach draußen, es war wirklich der Teufel los!
Als ich gerade die Kinderzimmerfenster verriegeln wollte, sah ich, wie unser Nachbar in seinem Garten versuchte, alles fest zu machen. Er kam die Terrasse runtergerannt und stand im Garten, wusste nicht, wo er zuerst anfangen soll.
Plötzlich kam Bewegung in seine Gartenmöbel, seine Stühle und der Tisch wurden mit einer Mordsgeschwindigkeit über die Terrasse geschoben (es wurden bei uns Windspitzen bis zu 113 km/h gemessen!), wie in so einem Poltergeistfilm. Ich konnte nur noch schreien dass er aufpassen soll, vermutlich hat er mich bei dem Krach sowieso nicht gehört. Die Stühle rauschten von der Terrasse und knallten voll auf ihn drauf, zum Glück ist ihm aber nichts passiert.
Er kriegte sie zu fassen und stapelte sie, klemmte sie unter den Tisch, der auch schon gefährlich wackelte, der aber offenbar noch am stabilsten stand, und schon der nächste Schreck: sein Trampolin flog quer durch den Garten!
Er hat einen ungefähr 1,70 hohen Zaun, und der Wind packte das Trampolin mit Leichtigkeit über diesen Zaun! :-O
Ich machte schnell die Rolläden runter, zumal es bei uns im Garten auch klapperte und wackelte, und rannte wieder runter, während ich versuchte, meine Kinder zu beruhigen.
Unsere Nachbarn hatten das Trampolin erwischt und wieder zurückbugsiert, dann mit Planken beschwert.
Wir selbst hatten einige Zeit wirklich Angst um unsere Bäume, die sich gefährlich neigten.
Die massive Kaltfront hat übrigens innerhalb 20 Minuten die Temperatur von 27 auf 16°C fallen lassen, wow.
Alles in allem hatten wir aber Glück. Unser Trampolin hat es erwischt. Es war zwar nicht weggeflogen, aber die Metallstreben, die das Sicherheitsnetz halten, hat es total verbogen. Ziemlich windschief steht unser Trampolin nun da, das noch keine zwei Wochen alt ist. :(
Trotz allem: keiner ist verletzt worden, selbst der Baum am Straßenrand (zwischen Parkplätzen gepflanzt) hat kein Auto erwischt. Es ist nichts größeres weggeflogen - zumindest nichts, was nicht gerettet werden konnte. Es hat eine meiner Tomatenpflanzen erwischt und einige Kirschen vom Baum geweht, aber der Schreck war größer als die Verluste, zum Glück!
Hier ein paar Bilder vom Tag danach:
Hat es bei euch auch so gestürmt oder geregnet? Seid ihr alle mit dem Schrecken davongekommen?
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#558 Sturm am 20.06.2013
Samstag, 22. Juni 2013
Mittwoch, 5. Juni 2013
Ich war auf der Suche nach einer "gescheiten" Hochwasserhilfe-Gruppe
auf Facebook, bin leider nicht wirklich fündig geworden. Es gibt
mittlerweile zig Gruppen, aber wirklich viel los ist überall nicht.
Stattdessen lese ich von Leuten, die zB. eine Waschmaschine verschenken
und bei denen sich Leute melden, die nicht einmal von der Flut betroffen
sind, die nur ihren Vorteil daraus ziehen wollen. Sowas macht mich
wütend - gleichzeitig aber frage ich mich, WIE man das genau
zurückverfolgen kann ob die Person, die einen anfragt, auch wirklich
hilfsbedürftig ist?
Da ich nicht wirklich weiß wo ich es sonst posten soll und ich einfach auf EHRLICHE Menschen hoffe, schreibe ich es hier und hoffe, es kommt bei den richtigen Menschen an:
Wenn es jemand benötigt, packe ich Kisten mit Kinderkleidung. Einmal für Mädchen, Größe 134, noch einmal Mädchen, Größe 92/98 sowie eine für Jungs, Größe 116/122 - für Privatpersonen. Gemischte Pakete gehen auch, aber alle drei Pakete sollen an verschiedene Menschen gehen.
Gerne packe ich auch eine Kiste Spielsachen (Brettspiele + Spielzeug) für einen Kindergarten!
Schreibt mir! london.calling.nina@gmail.com
Ich würde mich freuen wenn ihr den Beitrag teilt - so dass ich unabhängig von irgendwelchen Hilfegruppen helfen kann!
Zuletzt noch einmal ein Appell ans Gewissen:
Auch ich habe nichts zu verschenken! Da mein Hintern aber glücklicherweise auf dem Trockenen sitzt und ich mir (wenn auch nur ansatzweise) vorstellen kann wie schlimm es den Flutopfern gehen muss, welche Ängste und Sorgen sie durchmachen, wie sie ihre Existenzen im wahrsten Sinne des Wortes davonschwimmen sehen und nur hilflos zusehen können, wird mir klar: meiner Familie geht es gut, auch wenn wir gegen Ende des Monats auch jeden Cent zweimal umdrehen müssen.
Statt eines Gewinnspieles hier auf dem Blog biete ich nun also etwas aus meinem privaten Besitz an und hoffe, es gelangt in Hände, die es wirklich gut gebrauchen können da sie von der Flut betroffen sind.
Ich nehme mir auch das Recht heraus, selbst zu entscheiden an wen die Pakete gehen. Diesmal also kein "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst." - wenn möglich, möchte ich mir ein Bild der Personen machen an die meine freiwillige Spende geht. Im Sinne aller, die ehrlich helfen wollen um möglichst auszuschließen, dass jemand aus reiner Habgier die Hände aufhält, nur weil er die Möglichkeit gekommen sieht, für lau an Kleidung und Spielzeug zu kommen. FINGER WEG von meinem Angebot, wenn ihr NICHT von der Flut betroffen seid!
Da ich nicht wirklich weiß wo ich es sonst posten soll und ich einfach auf EHRLICHE Menschen hoffe, schreibe ich es hier und hoffe, es kommt bei den richtigen Menschen an:
Wenn es jemand benötigt, packe ich Kisten mit Kinderkleidung. Einmal für Mädchen, Größe 134, noch einmal Mädchen, Größe 92/98 sowie eine für Jungs, Größe 116/122 - für Privatpersonen. Gemischte Pakete gehen auch, aber alle drei Pakete sollen an verschiedene Menschen gehen.
Gerne packe ich auch eine Kiste Spielsachen (Brettspiele + Spielzeug) für einen Kindergarten!
Schreibt mir! london.calling.nina@gmail.com
Ich würde mich freuen wenn ihr den Beitrag teilt - so dass ich unabhängig von irgendwelchen Hilfegruppen helfen kann!
Zuletzt noch einmal ein Appell ans Gewissen:
Auch ich habe nichts zu verschenken! Da mein Hintern aber glücklicherweise auf dem Trockenen sitzt und ich mir (wenn auch nur ansatzweise) vorstellen kann wie schlimm es den Flutopfern gehen muss, welche Ängste und Sorgen sie durchmachen, wie sie ihre Existenzen im wahrsten Sinne des Wortes davonschwimmen sehen und nur hilflos zusehen können, wird mir klar: meiner Familie geht es gut, auch wenn wir gegen Ende des Monats auch jeden Cent zweimal umdrehen müssen.
Statt eines Gewinnspieles hier auf dem Blog biete ich nun also etwas aus meinem privaten Besitz an und hoffe, es gelangt in Hände, die es wirklich gut gebrauchen können da sie von der Flut betroffen sind.
Ich nehme mir auch das Recht heraus, selbst zu entscheiden an wen die Pakete gehen. Diesmal also kein "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst." - wenn möglich, möchte ich mir ein Bild der Personen machen an die meine freiwillige Spende geht. Im Sinne aller, die ehrlich helfen wollen um möglichst auszuschließen, dass jemand aus reiner Habgier die Hände aufhält, nur weil er die Möglichkeit gekommen sieht, für lau an Kleidung und Spielzeug zu kommen. FINGER WEG von meinem Angebot, wenn ihr NICHT von der Flut betroffen seid!
Mittwoch, 1. Mai 2013
Meine Oma hat mir immer erzählt dass es auf offenen Gewässern fiese Strudel gibt und man aufpassen muss wenn man dort schwimmt. So hatte ich immer gleich etwas Beklemmungen wenn ich zB im See geschwommen bin (so viel zu "offenes Gewässer *hust*). Wenn das Wasser im oberen Bereich superwarm war und an den Beinen aber eine eisige Strömung entlang floss, fand ich das immer super gruselig, und wenn ich dran denke, schauderts mich auch gleich wieder. ;)
Nun habe ich als Erwachsene Dank YouTube schon so einige Strudelvideos gesehen. Einfach, weil es mich interessiert hat ob es denn wirklich so ist. Aber was ich gefunden habe, waren zumindest keine Seemannslegenden-Strudel, mehrere Meter breit, Schiffe in den Sog ziehend, mörderisch und bis an den Grund reichend. Vielmehr sind die meisten Strudel von Menschenhand gemacht bzw. von diesen verursacht: man findet sie in der Nähe von Staumauern und Talsperren, überall dort, wo kontrolliert Wasser (meist mittels Turbinen) abgelassen wird und auch an Überlauföffnungen wie zB dem Glory Hole im Lake Berryesse. Natürlich auch in freier Natur, zumeist in reißenden Gewässern, deren Strömungsrichtungen sich wild kreuzen und somit Strudel erzeugen, in der Nähe und unter Wasserfällen (dort treten auch Walzen auf) sowie in Stromschnellen.
Mit diesen Informationen war ich doch ein wenig beruhigter.
Bis ich auf ein Video traf, das seit einigen Tagen die Runde auf Facebook macht. Und das alle Kindheitsängste, Strudel betreffend, triggert. Vielleicht hat der eine oder andere es ebenfalls schon gesehen, es trägt den Titel "Hungriger See". Für diejenigen, denen das Video (mit mittlerweile über 4 Millionen views) nichts sagt, schaut euch das hier an. Und wenn ihr anfangs noch denkt "Oh, ja. Ein Strudel. Und?" - wartet es ab. Ab etwa 2 Minuten dürften auch eure Augen immer größer und größer werden:
Puh. Mich schaudert es nach wie vor, wenn ich das sehe, und ich hab mich gefragt, was dort denn nur passiert ist?!
Also habe ich Google angeschmissen. Leider nicht sehr erfolgreich.
Mittlerweile weiß ich, dass das in Lettland aufgenommen wurde. Aber weder ist der Name des Sees (oder Fluss?) bekannt noch, was den Strudel verursacht hat.
Auf irgendeiner Seite habe ich gelesen, dass es ein längeres Video gegeben habe das zeigte, dass das ganze Zeug das runtergesaugt wurde hinter der Insel, auf der die Menschen standen, die das Ganze gefilmt und kommentiert haben, wieder hochgespült wurde. Es war auch ein Video verlinkt, allerdings war dieses gelöscht.
Ich glaube auch nicht so ganz daran, dass es dieses Video gegeben hat. So schnell, wie diese ganze Geschichte viral gegangen ist und so oft, wie das Originalvideo auf anderen Kanälen geuploaded wurde, wäre auch das vermeintlich längere, aufklärende Video hochgeladen worden.
Alle Berichte rund um dieses Video besagen nicht mehr, als dass es sich in Lettland abgespielt hat und wirklich extrem beeindruckend / angsteinflößend ist. Soweit, so gut, aber wirklich weiter bringt es einen leider nicht. Zu gerne hätte ich gewusst, was dort wirklich passiert ist, denn ein solcher Strudel mit einer solchen Ansaugkraft ist alles andere als normal.
Daher war meine erste Vermutung, dass sich unter dem See eine Art Höhle / Höhlensystem / Doline / Bergstollen befunden hat und dieser an dieser einen Stelle eingestürzt ist. Das Wasser schoss also in den Hohlraum darunter, mit einer Mordsgeschwindigkeit und Kraft, und so ließe sich wohl auch erklären, wie diese ganzen großen Eisschollen und Trümmer auf Nimmerwiedersehen mit in die Tiefe gezogen werden konnten.
Andere vermuten, dass das Video in der Nähe einer Damm-Überlauföffnung aufgenommen wurde, allerdings sah mir die Stelle sehr untypisch aus - aber was weiß ich schon. :D Ich möchte auch nicht bezweifeln dass es tatsächlich so ist, denn ich würde vermuten, bei einer Art Höhlendeckeneinsturz würde durch die ganze Kraft, die das hineinströmende Wasser und die Trümmerteile mit sich bringen, immer mehr einstürzt und somit Loch wie auch Strudel immer größer würden.
Eine weitere Möglichkeit, die ich persönlich für am wahrscheinlichsten halte (hierzu würde auch die oben genannte Geschichte passen, dass der ganze Unrat hinter der Insel, auf der sich die Männer befunden habe, wieder herausgespült wurde), wäre Karst. Dieses Gestein ist sehr porös, und besteht der Untergrund aus Kalkgestein, entsteht ein Ponor. Das ist eine Art Loch, das in einer Art Höhlenführung das Wasser unterirdisch hindurchleitet - bis es andererorts wieder ans Tageslicht kommt. Da sich der "Grund des Strudels" aber unter Wasser befand, hat es sich wohl am ehesten um einen Schlinger gehandelt:
Allerdings bringt mich das auf eine Geschichte, die im Jahre 1980 passiert ist, auch bekannt unter dem Namen "Lake Peigneur".
Dieser ehemals gerade einmal 3 Meter tiefe Süßwassersee im US-Bundesstaat Loiusiana war bei Anglern sehr beliebt.
Am 20. November 1980 allerdings ereignete sich etwas, das bis dahin noch niemand erlebt hatte: unterhalb des Sees befand sich ein Salzbergwerk, gleichzeitig wurde oberhalb des Gewässers nach Öl gebohrt.
Durch einen (sehr) unglücklichen Rechenfehler kam es, dass der 36 cm dicke Bohrer versehentlich in die Salzmine eindrang und die Oberschicht der dritten Ebene der Mine durchlöcherte. Dies führte somit natürlich zum Badestöpsel-Effekt: das Wasser floss ab. Es standen jede Menge Hohlräume unter dem See zur Verfügung, die dieser nach und nach füllte. Hierzu schreibt Wikipedia:
einestages (Zeitgeschichten auf Spiegel Online) schreibt dazu:
Durch den stetig fallenden Wasserspiegel im Lake Peigneur änderte sich die Flussrichtung des Delcambre-Kanals: statt dass der See den Kanal mit Wasser fütterte, floss das Wasser des Kanales auf einmal rückwärts und leitete nun auf einmal Wasser aus der Vermillion Bay in das alles verschlingende Loch!
Da sich gleichzeitig durch den Druck der Grund des Lake Peigneur abgesenkt hatte, war die Stelle, an der zuvor der See auf einer Ebene auf den Delcambre-Kanal traf, quasi abgebrochen. So stürzte der Kanal, dessen Fließrichtung nun auf einmal rückwärts ging, in den See hinunter, miti 50 Metern als (kurzzeitig) höchster Wasserfalls Louisianas.
Lake Peigneur füllte sich nach einigen Tagen wieder auf, aber der ehemals nur 3 Meter tiefe See war nun auf einmal 61 Meter tief. Auch das Süßwasser, aus dem der See zuvor bestanden hatte, war nun Salzwasser. Was weniger am Salzbergwerk lag, das geflutet wurde, viel mehr aber am Delcambre-Kanal, der auf einmal rückwärts floss und das Salzwasser aus der Vermillion Bay mit sich in den See zog und damit auffüllte.
Eine schier unglaubliche Geschichte, aber fast noch unglaublicher ist, dass trotz dass sich zum Zeitpunkt des Unfalles Menschen in der Mine wie auch auf dem See befunden haben, tatsächlich kein Mensch ums Leben gekommen ist.
Die Quellen für die einzelnen Zahlen (Höhe des Wasserfalles, Tiefe des Sees heute) sind sich teilweise etwas uneinig, aber das englische Wikipedia wie auch einestages stimmen überein, daher habe ich diese Zahlen übernommen.
Aber ihr könnt auch gerne alles selbst nachlesen und -schauen:
Source 1: einestages (Zeitgeschichten auf Spiegel Online)
Source 2: (Lake Peigneur) Wikipedia (eng)
Source 3: (Lake Peigneur) Wikipedia (ger)
Source 4 (Strudel) Wikipedia (ger)
Source 5 (Lake Peigneur Video) YouTube (eng)
Source 6 (Karst) Wikipedia (ger)
Source 7 (Ponor) Wikipedia (ger)
Um mehr aus dieser Reihe zu lesen, klickt entweder auf den tag oder auf "Unser Planet" unter meinem Header.
Nun habe ich als Erwachsene Dank YouTube schon so einige Strudelvideos gesehen. Einfach, weil es mich interessiert hat ob es denn wirklich so ist. Aber was ich gefunden habe, waren zumindest keine Seemannslegenden-Strudel, mehrere Meter breit, Schiffe in den Sog ziehend, mörderisch und bis an den Grund reichend. Vielmehr sind die meisten Strudel von Menschenhand gemacht bzw. von diesen verursacht: man findet sie in der Nähe von Staumauern und Talsperren, überall dort, wo kontrolliert Wasser (meist mittels Turbinen) abgelassen wird und auch an Überlauföffnungen wie zB dem Glory Hole im Lake Berryesse. Natürlich auch in freier Natur, zumeist in reißenden Gewässern, deren Strömungsrichtungen sich wild kreuzen und somit Strudel erzeugen, in der Nähe und unter Wasserfällen (dort treten auch Walzen auf) sowie in Stromschnellen.
Mit diesen Informationen war ich doch ein wenig beruhigter.
Bis ich auf ein Video traf, das seit einigen Tagen die Runde auf Facebook macht. Und das alle Kindheitsängste, Strudel betreffend, triggert. Vielleicht hat der eine oder andere es ebenfalls schon gesehen, es trägt den Titel "Hungriger See". Für diejenigen, denen das Video (mit mittlerweile über 4 Millionen views) nichts sagt, schaut euch das hier an. Und wenn ihr anfangs noch denkt "Oh, ja. Ein Strudel. Und?" - wartet es ab. Ab etwa 2 Minuten dürften auch eure Augen immer größer und größer werden:
Puh. Mich schaudert es nach wie vor, wenn ich das sehe, und ich hab mich gefragt, was dort denn nur passiert ist?!
Also habe ich Google angeschmissen. Leider nicht sehr erfolgreich.
Mittlerweile weiß ich, dass das in Lettland aufgenommen wurde. Aber weder ist der Name des Sees (oder Fluss?) bekannt noch, was den Strudel verursacht hat.
Auf irgendeiner Seite habe ich gelesen, dass es ein längeres Video gegeben habe das zeigte, dass das ganze Zeug das runtergesaugt wurde hinter der Insel, auf der die Menschen standen, die das Ganze gefilmt und kommentiert haben, wieder hochgespült wurde. Es war auch ein Video verlinkt, allerdings war dieses gelöscht.
Ich glaube auch nicht so ganz daran, dass es dieses Video gegeben hat. So schnell, wie diese ganze Geschichte viral gegangen ist und so oft, wie das Originalvideo auf anderen Kanälen geuploaded wurde, wäre auch das vermeintlich längere, aufklärende Video hochgeladen worden.
Alle Berichte rund um dieses Video besagen nicht mehr, als dass es sich in Lettland abgespielt hat und wirklich extrem beeindruckend / angsteinflößend ist. Soweit, so gut, aber wirklich weiter bringt es einen leider nicht. Zu gerne hätte ich gewusst, was dort wirklich passiert ist, denn ein solcher Strudel mit einer solchen Ansaugkraft ist alles andere als normal.
Daher war meine erste Vermutung, dass sich unter dem See eine Art Höhle / Höhlensystem / Doline / Bergstollen befunden hat und dieser an dieser einen Stelle eingestürzt ist. Das Wasser schoss also in den Hohlraum darunter, mit einer Mordsgeschwindigkeit und Kraft, und so ließe sich wohl auch erklären, wie diese ganzen großen Eisschollen und Trümmer auf Nimmerwiedersehen mit in die Tiefe gezogen werden konnten.
Andere vermuten, dass das Video in der Nähe einer Damm-Überlauföffnung aufgenommen wurde, allerdings sah mir die Stelle sehr untypisch aus - aber was weiß ich schon. :D Ich möchte auch nicht bezweifeln dass es tatsächlich so ist, denn ich würde vermuten, bei einer Art Höhlendeckeneinsturz würde durch die ganze Kraft, die das hineinströmende Wasser und die Trümmerteile mit sich bringen, immer mehr einstürzt und somit Loch wie auch Strudel immer größer würden.
Eine weitere Möglichkeit, die ich persönlich für am wahrscheinlichsten halte (hierzu würde auch die oben genannte Geschichte passen, dass der ganze Unrat hinter der Insel, auf der sich die Männer befunden habe, wieder herausgespült wurde), wäre Karst. Dieses Gestein ist sehr porös, und besteht der Untergrund aus Kalkgestein, entsteht ein Ponor. Das ist eine Art Loch, das in einer Art Höhlenführung das Wasser unterirdisch hindurchleitet - bis es andererorts wieder ans Tageslicht kommt. Da sich der "Grund des Strudels" aber unter Wasser befand, hat es sich wohl am ehesten um einen Schlinger gehandelt:
Schlinger bezeichnet jenen Fall, in dem die Zuflussmenge größer ist als die Durchflusskapazität des Höhlensystems. Dadurch befindet sich die Öffnung, durch die das Wasser in den unterirdischen Hohlraum abfließt, unterhalb der Gewässeroberfläche.Aber es könnte genauso gut eine Straße oder ähnliches gewesen sein, die vom Tauwasser geflutet wurde, und der ganze Unrat verschwand in einem offenen Gully, wer weiß, wer weiß..
Allerdings bringt mich das auf eine Geschichte, die im Jahre 1980 passiert ist, auch bekannt unter dem Namen "Lake Peigneur".
Dieser ehemals gerade einmal 3 Meter tiefe Süßwassersee im US-Bundesstaat Loiusiana war bei Anglern sehr beliebt.
Am 20. November 1980 allerdings ereignete sich etwas, das bis dahin noch niemand erlebt hatte: unterhalb des Sees befand sich ein Salzbergwerk, gleichzeitig wurde oberhalb des Gewässers nach Öl gebohrt.
Durch einen (sehr) unglücklichen Rechenfehler kam es, dass der 36 cm dicke Bohrer versehentlich in die Salzmine eindrang und die Oberschicht der dritten Ebene der Mine durchlöcherte. Dies führte somit natürlich zum Badestöpsel-Effekt: das Wasser floss ab. Es standen jede Menge Hohlräume unter dem See zur Verfügung, die dieser nach und nach füllte. Hierzu schreibt Wikipedia:
Der entstandene Strudel verschluckte die Bohrplattform, elf Schuten, viele Bäume und insgesamt 260 000 m² umliegendes Gelände.Der riesige Strudel zog alles mit sich in die Tiefe, zudem vergrößerte er sich ständig, da der angebohrte Boden unter dem See dem Druck nicht mehr stand hielt und sich die Öffnung immer weiter eröffnete. Der Salzstock füllte sich zusehends, und da die Luft nicht anders entweichen konnte, entstanden Geysire bis zu 120 m Höhe.
einestages (Zeitgeschichten auf Spiegel Online) schreibt dazu:
Der Lake Peigneur hatte sich inzwischen in einen alles verschlingenden Abgrund verwandelt. Durch das wachsende Loch im Bergwerk floss der See immer schneller ab. Und je größer der Strudel wurde, desto mehr zog er hinab: Mittlerweile hatte er nicht nur Leonce Viators kleines Motorboot, elf Lastkähne und das dazugehörige Ladedock sowie eine zweite Bohrplattform verschlungen, sondern auch angefangen, Teile des Ufers abzubrechen. Und so riss er auch einen kompletten Parkplatz, mehrere Traktoren, einen Wohnwagen und vier voll beladene LKW in die Tiefe, sowie 26 Hektar der Halbinsel Jefferson Island und ihres botanischen Gartens, mitsamt Blumenbeeten, Gewächshäusern und 50 Meter hohen Pekannussbäumen.Das allerdings war noch nicht alles: der See verlor innerhalb von drei Stunden beträchtlich an Höhe, so auch wurde er auch allmählich vom Delcambre-Kanals abgeschnitten, den er noch kurz zuvor mit Süßwasser gespeist hatte.
Durch den stetig fallenden Wasserspiegel im Lake Peigneur änderte sich die Flussrichtung des Delcambre-Kanals: statt dass der See den Kanal mit Wasser fütterte, floss das Wasser des Kanales auf einmal rückwärts und leitete nun auf einmal Wasser aus der Vermillion Bay in das alles verschlingende Loch!
Da sich gleichzeitig durch den Druck der Grund des Lake Peigneur abgesenkt hatte, war die Stelle, an der zuvor der See auf einer Ebene auf den Delcambre-Kanal traf, quasi abgebrochen. So stürzte der Kanal, dessen Fließrichtung nun auf einmal rückwärts ging, in den See hinunter, miti 50 Metern als (kurzzeitig) höchster Wasserfalls Louisianas.
Lake Peigneur füllte sich nach einigen Tagen wieder auf, aber der ehemals nur 3 Meter tiefe See war nun auf einmal 61 Meter tief. Auch das Süßwasser, aus dem der See zuvor bestanden hatte, war nun Salzwasser. Was weniger am Salzbergwerk lag, das geflutet wurde, viel mehr aber am Delcambre-Kanal, der auf einmal rückwärts floss und das Salzwasser aus der Vermillion Bay mit sich in den See zog und damit auffüllte.
Eine schier unglaubliche Geschichte, aber fast noch unglaublicher ist, dass trotz dass sich zum Zeitpunkt des Unfalles Menschen in der Mine wie auch auf dem See befunden haben, tatsächlich kein Mensch ums Leben gekommen ist.
Die Quellen für die einzelnen Zahlen (Höhe des Wasserfalles, Tiefe des Sees heute) sind sich teilweise etwas uneinig, aber das englische Wikipedia wie auch einestages stimmen überein, daher habe ich diese Zahlen übernommen.
Aber ihr könnt auch gerne alles selbst nachlesen und -schauen:
Source 1: einestages (Zeitgeschichten auf Spiegel Online)
Source 2: (Lake Peigneur) Wikipedia (eng)
Source 3: (Lake Peigneur) Wikipedia (ger)
Source 4 (Strudel) Wikipedia (ger)
Source 5 (Lake Peigneur Video) YouTube (eng)
Source 6 (Karst) Wikipedia (ger)
Source 7 (Ponor) Wikipedia (ger)
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Samstag, 25. August 2012
Spanien ist schön. Ich war auch schonmal dort. Naja gut, auf Mallorca, um genau zu sein. Und fernab vom Ballermann. Trotzdem schön. ;)
Die Küste von Llanes soll auch sehr schön sein. Noch dazu hat sie eine ganz besondere Eigenart. Bzw. 100 m hinter der Küste, versteckt inmitten von Hügeln und Wiesen.
Inmitten des Grüns findet sich hier eine Badebucht, etwa 100 Meter vom Strand entfernt. Man möchte meinen, es handle sich um einen kleinen See, Playa de Gulpiyuri genannt. Aber wer genau hinsieht..:
Ein kleiner Strand, inmitten im Nichts, der eine Brandung hat. Kommt vor bei sehr großen Seen, aber nicht in diesen Ausmaßen bzw. mit dieser Kraft der Strömung.
Wie kommt es also, dass der Playa de Gulpiyuri sich wie ein (sehr) kleines Meer verhält?
Antwort: Der Playa de Gulpiyuri ist ans Meer angebunden. Die Brandung des Golfs von Biskaya, dessen aufgewühlte Wellen meterhoch an den Felsen der Küste züngeln, haben einen Weg durch das Höhlensystem gefunden. Es gibt sehr viele Höhlen unter den Felsen, und eine, die 100 Meter weiter im Playa de Gulpiyuri (juhu, das erste Mal auf Anhieb fehlerfrei geschrieben!) mündet.
Das nachfolgende Video zeigt den Weg, dem das Wasser folgt, ziemlich beeindruckend (aber Achtung, bei 1:10 Min hatte ich die Lautstärke etwas zu laut und mich ziemlich erschreckt :D):
Man kann die Kraft erahnen, die dahinter steckt. Die Gewalt und der Druck, mit dem das Wasser durch die Höhlen schießt und schließlich doch relativ sanft im Playa de Gulpiyuri, einer Doline, ausklingt.
Auf jeden Fall sorgt es für ein einzigartiges Ereignis - dem Meeresstrand mitten in der Einöde! :)
Für mehr Dinge dieser Art, klickt auf den Tag "unser planet" *klick*
Die Küste von Llanes soll auch sehr schön sein. Noch dazu hat sie eine ganz besondere Eigenart. Bzw. 100 m hinter der Küste, versteckt inmitten von Hügeln und Wiesen.
Inmitten des Grüns findet sich hier eine Badebucht, etwa 100 Meter vom Strand entfernt. Man möchte meinen, es handle sich um einen kleinen See, Playa de Gulpiyuri genannt. Aber wer genau hinsieht..:
Ein kleiner Strand, inmitten im Nichts, der eine Brandung hat. Kommt vor bei sehr großen Seen, aber nicht in diesen Ausmaßen bzw. mit dieser Kraft der Strömung.
Wie kommt es also, dass der Playa de Gulpiyuri sich wie ein (sehr) kleines Meer verhält?
Antwort: Der Playa de Gulpiyuri ist ans Meer angebunden. Die Brandung des Golfs von Biskaya, dessen aufgewühlte Wellen meterhoch an den Felsen der Küste züngeln, haben einen Weg durch das Höhlensystem gefunden. Es gibt sehr viele Höhlen unter den Felsen, und eine, die 100 Meter weiter im Playa de Gulpiyuri (juhu, das erste Mal auf Anhieb fehlerfrei geschrieben!) mündet.
Das nachfolgende Video zeigt den Weg, dem das Wasser folgt, ziemlich beeindruckend (aber Achtung, bei 1:10 Min hatte ich die Lautstärke etwas zu laut und mich ziemlich erschreckt :D):
Man kann die Kraft erahnen, die dahinter steckt. Die Gewalt und der Druck, mit dem das Wasser durch die Höhlen schießt und schließlich doch relativ sanft im Playa de Gulpiyuri, einer Doline, ausklingt.
Auf jeden Fall sorgt es für ein einzigartiges Ereignis - dem Meeresstrand mitten in der Einöde! :)
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Montag, 9. Juli 2012
Heute bin ich auf ein wahnsinnig tolles Video gestoßen. Solche Videos bringen mich immer zum nachdenken. Wenn man die Erde so als Ganzes sieht, kommen einem so viele Dinge so lächerlich vor. Wir haben riesige Ozeane, aber die bekommen wir mittlerweile leicht überquert. Die größten Klüfte befinden sich in vielerleuts Denke. Ich mag mich da gar nicht von ausnehmen (wer werfe den ersten Stein..?). Wie kommt es, dass wir unser Denken teilweise so scharf auf Abwehr stellen? Warum sind manche Dinge schier unüberwindbar? Wie kommt es, dass es uns so schwer fällt, uns als eins zu sehen? Wir sind allesamt Menschen, abhängig von unserem Planeten. Natürlich sind wir unterschiedlich, aber wir atmen alle die selbe Luft, werden vom selben Wasser beregnet, und egal wo dieses Fleckchen ist auf dem wir leben, wir sind hier, auf dieser Kugel, zuhause.
Was hier manchmal aufgrund der Größe oder Entfernung unüberwindbar scheint, sieht von "dort oben" so viel anders aus. Man sieht, wir nutzen Lichter für Nacht weil wir uns allesamt wohler fühlen wenn es im Dunkeln leuchtet, man erkennt einzelne Gewitter, sieht die Polarlichter, die diejenigen zum Staunen bringen, die das Glück schon hatten sie mal "live" zu sehen.
Wir sind allesamt auf dieser Kugel beheimatet, stehen alle unter dem Schutz unserer Atmosphäre. Wir haben alle Träume, Sorgen, Gefühle, Gedanken.
Wenn man dort oben die Erde umkreist, käme man doch gar nicht auf die Idee, dass wir uns nicht alle total lieb haben oder? ;)
Schaut euch dieses beeindruckende Video an:
Wie findet ihr solche Videos, was denkt ihr wenn ihr sowas seht oder was fühlt ihr?
Was hier manchmal aufgrund der Größe oder Entfernung unüberwindbar scheint, sieht von "dort oben" so viel anders aus. Man sieht, wir nutzen Lichter für Nacht weil wir uns allesamt wohler fühlen wenn es im Dunkeln leuchtet, man erkennt einzelne Gewitter, sieht die Polarlichter, die diejenigen zum Staunen bringen, die das Glück schon hatten sie mal "live" zu sehen.
Wir sind allesamt auf dieser Kugel beheimatet, stehen alle unter dem Schutz unserer Atmosphäre. Wir haben alle Träume, Sorgen, Gefühle, Gedanken.
Wenn man dort oben die Erde umkreist, käme man doch gar nicht auf die Idee, dass wir uns nicht alle total lieb haben oder? ;)
Schaut euch dieses beeindruckende Video an:
Wie findet ihr solche Videos, was denkt ihr wenn ihr sowas seht oder was fühlt ihr?
Dienstag, 3. Juli 2012
Weiter gehts in der Reihe "unser planet" (für mehr: klick-den-tag)! :)
Centralia ist (war) eine kleine Gemeinde von etwa 1100 Einwohnern. Die Anthrazitkohleindustrie war der größte Arbeitgeber in Centralia.
1962 brach ein Feuer aus, da die Müllkippe (wahrscheinlich mutwillig) entzündet wurde. Das Feuer sprang auf die Kohle an den Rändern des Tagebaus über und breitete sich von dort unter dem Stadtgebiet aus. Unter Tage brennt es bis heute lichterloh, an ein löschen ist nicht zu denken. Die Fläche ist viel zu groß, viel zu tief, viel zu weitreichend. Zudem besitzt die Miene Kohlevorräte, die das (oder mittlerweile die) Feuer noch über 200 weitere Jahre ohne Probleme nähren kann (und wird).
Fast 20 Jahre, nachdem das Feuer entfachte, lebten die Menschen noch immer unbekümmert in Centralia. Sie freuten sich, dass sie kaum mehr Schnee schippen mussten, da dieser sofort schmolz.
Doch am Valentinstag 1981 passierte es dann, dass die Erde einen Jungen, der im Garten seiner Großmutter spielte, fast verschluckte. Plötzlich riss die Erde unter seinen Füßen weg, er konnte sich gerade noch an einer Wurzel festhalten und wurde letztlich von seinem Cousin gerettet. Die Menschen in Centralia wurden unruhig. Nachdem einige ohnmächtig wurden, wiesen Luftmessungen erhöhte Kohlenmonoxidwerte nach.
Es wurde versucht, das Feuer zu löschen, auf verschiedene Art und Weise, doch alle Bemühungen waren umsonst; das Feuer war viel zu weit fortgeschritten.
So wurde Centralia aus Angst vor giftigen Dämpfen und weiteren Einbrüchen großflächig evakuiert. Die USA stellte hierzu 42 Millionen Dollar zur Verfügung. Allerdings weigerten sich einige Menschen, von dort weg zu ziehen. Viele von ihnen verstarben in der Zwischenzeit. Mittlerweile sind nur noch wenige Personen übrig, die bis heute in der jetzigen Geisterstadt leben. Das Wahlbüro gibt die Einwohnerzahl mit 14 an, die Bezirksregierung mit elf – und ein Einwohner selbst spricht nur noch von acht Bewohnern. Diese aber tun alles, um Centralia weiterhin zu pflegen. Einer der Einwohner mäht alle zwei Wochen den Rasen des ganzen Blocks. Dafür braucht er fünf Stunden.
Die Feuerwehrautos und Rettungswagen stehen glänzend poliert in ihren Garagen, die Rechnungen für Strom und Feuerhydranten (...) werden regelmäßig bezahlt.
Für Touris ist Centralia mittlerweile ein regelrecht mystischer Ort geworden. Obwohl überall vor Eintritt der Gemeinde gewarnt wird (u.a. ein Graffiti auf der Straße "Willkommen in der Hölle"), die Straßen zerklüftet sind und an vielen Stellen giftiger Rauch aus der Erde steigt, hält das die Touristen nicht von Ausflügen in diese (Fast)-Geistergemeinde ab.
Außerdem diente Centralia als Vorlage zu "Silent Hill".
Auch interessant zu wissen:
In Deutschland existiert ein ähnlicher Ort, der "der brennende Berg" genannt wird, der seit dem 17./18. Jahrhundert brennt, mittlerweile abgeschwächt glimmt.
In der Türkei brennt seit jahrtausenden die Chimaira, ein Kultort, für den mittlerweile Eintritt verlangt wird.
Source 1: Wikipedia (ger)
Source 2: Huffington Post (eng)
Centralia ist (war) eine kleine Gemeinde von etwa 1100 Einwohnern. Die Anthrazitkohleindustrie war der größte Arbeitgeber in Centralia.
1962 brach ein Feuer aus, da die Müllkippe (wahrscheinlich mutwillig) entzündet wurde. Das Feuer sprang auf die Kohle an den Rändern des Tagebaus über und breitete sich von dort unter dem Stadtgebiet aus. Unter Tage brennt es bis heute lichterloh, an ein löschen ist nicht zu denken. Die Fläche ist viel zu groß, viel zu tief, viel zu weitreichend. Zudem besitzt die Miene Kohlevorräte, die das (oder mittlerweile die) Feuer noch über 200 weitere Jahre ohne Probleme nähren kann (und wird).
Fast 20 Jahre, nachdem das Feuer entfachte, lebten die Menschen noch immer unbekümmert in Centralia. Sie freuten sich, dass sie kaum mehr Schnee schippen mussten, da dieser sofort schmolz.
Doch am Valentinstag 1981 passierte es dann, dass die Erde einen Jungen, der im Garten seiner Großmutter spielte, fast verschluckte. Plötzlich riss die Erde unter seinen Füßen weg, er konnte sich gerade noch an einer Wurzel festhalten und wurde letztlich von seinem Cousin gerettet. Die Menschen in Centralia wurden unruhig. Nachdem einige ohnmächtig wurden, wiesen Luftmessungen erhöhte Kohlenmonoxidwerte nach.
Es wurde versucht, das Feuer zu löschen, auf verschiedene Art und Weise, doch alle Bemühungen waren umsonst; das Feuer war viel zu weit fortgeschritten.
So wurde Centralia aus Angst vor giftigen Dämpfen und weiteren Einbrüchen großflächig evakuiert. Die USA stellte hierzu 42 Millionen Dollar zur Verfügung. Allerdings weigerten sich einige Menschen, von dort weg zu ziehen. Viele von ihnen verstarben in der Zwischenzeit. Mittlerweile sind nur noch wenige Personen übrig, die bis heute in der jetzigen Geisterstadt leben. Das Wahlbüro gibt die Einwohnerzahl mit 14 an, die Bezirksregierung mit elf – und ein Einwohner selbst spricht nur noch von acht Bewohnern. Diese aber tun alles, um Centralia weiterhin zu pflegen. Einer der Einwohner mäht alle zwei Wochen den Rasen des ganzen Blocks. Dafür braucht er fünf Stunden.
Die Feuerwehrautos und Rettungswagen stehen glänzend poliert in ihren Garagen, die Rechnungen für Strom und Feuerhydranten (...) werden regelmäßig bezahlt.
Für Touris ist Centralia mittlerweile ein regelrecht mystischer Ort geworden. Obwohl überall vor Eintritt der Gemeinde gewarnt wird (u.a. ein Graffiti auf der Straße "Willkommen in der Hölle"), die Straßen zerklüftet sind und an vielen Stellen giftiger Rauch aus der Erde steigt, hält das die Touristen nicht von Ausflügen in diese (Fast)-Geistergemeinde ab.
Außerdem diente Centralia als Vorlage zu "Silent Hill".
Auch interessant zu wissen:
In Deutschland existiert ein ähnlicher Ort, der "der brennende Berg" genannt wird, der seit dem 17./18. Jahrhundert brennt, mittlerweile abgeschwächt glimmt.
In der Türkei brennt seit jahrtausenden die Chimaira, ein Kultort, für den mittlerweile Eintritt verlangt wird.
Source 2: Huffington Post (eng)
Donnerstag, 7. Juni 2012
Wie vor längerer Zeit schon einmal berichtet [Teil 1: Dean's blue hole], möchte ich euch gerne ab und zu interessantes, erstaunliches, gruseliges und unglaubliches dieser Welt vorstellen, denn davon gibt es mehr als genug zu entdecken. Da das Entdecken alleine viel weniger Spaß macht als es mit anderen zu teilen, möchte ich das hier tun und immer wieder von Dingen berichten, die es auf unserer Welt gibt. Gerne könnt ihr dazu beitragen, wenn ihr interessante Orte kennt, dann erzählt mir davon. Ich lese mich gerne ein. Ich überlege hierzu auch Gastbeiträge zuzulassen. Mal was Neues! :)
Heute geht es um Berkeley Pit - den giftigsten See der Welt.
Der Berkeley Pit See in Butte (Montana, USA) ist ein hoch-toxischer See mit chemikaliengetränktem Grundwasser und einem pH-Wert von 2,5. Somit ist das Wasser stark sauer. Außerdem beinhaltet es hohe Konzentrationen von Arsen, Kupfer, Cadmium, Kobalt, Eisen, Mangan, Zink und Sulfat sowie diverse andere anorganische Bestandteile. Die Farbe des Sees schwankt zwischen rötlich und rabenschwarz. Er ist 540 m tief und stammt aus einem gefluteten Stollen einer stillgelegten Kupfermine, die 1982 geschlossen wurde. Der See ist dermaßen giftig und belastet durch Schwermetalle und Säuren; ein Glas seines Wassers (wenn es man überhaupt noch so bezeichnen darf) wäre absolut tödlich für Mensch und Tier. Man hat ein akustisches Signalsystem installiert, um Zugvögel vom See fern zu halten und ihnen so das Leben zu retten, denn 1995 sind Schneegänse auf dem See gelandet - 324 von ihnen haben die Nacht nicht überlebt. Regenwasser hat hier Säuren und Schwermetalle ausgewaschen. Darin zu baden, würde wahrscheinlich den Körper auflösen, langsam aber schmerzvoll. Es auszuprobieren ist eher nicht zu empfehlen.
Der See ist praktisch wie eine riesige Autobatterie, ätzend und unglaublich giftig. Fische leben darin keine. Allerdings wurden seltene Mikroben, Algen, Pilze und Bakterien darin gefunden, über die noch nicht wirklich viel bekannt ist. Man erhofft sich, diese könnten wirkungsvoll im Kampf gegen den Krebs eingesetzt werden.
Source 1 - Wikipedia (ger)
Source 2 (eng)
Source 3 (eng)
Heute geht es um Berkeley Pit - den giftigsten See der Welt.
Der Berkeley Pit See in Butte (Montana, USA) ist ein hoch-toxischer See mit chemikaliengetränktem Grundwasser und einem pH-Wert von 2,5. Somit ist das Wasser stark sauer. Außerdem beinhaltet es hohe Konzentrationen von Arsen, Kupfer, Cadmium, Kobalt, Eisen, Mangan, Zink und Sulfat sowie diverse andere anorganische Bestandteile. Die Farbe des Sees schwankt zwischen rötlich und rabenschwarz. Er ist 540 m tief und stammt aus einem gefluteten Stollen einer stillgelegten Kupfermine, die 1982 geschlossen wurde. Der See ist dermaßen giftig und belastet durch Schwermetalle und Säuren; ein Glas seines Wassers (wenn es man überhaupt noch so bezeichnen darf) wäre absolut tödlich für Mensch und Tier. Man hat ein akustisches Signalsystem installiert, um Zugvögel vom See fern zu halten und ihnen so das Leben zu retten, denn 1995 sind Schneegänse auf dem See gelandet - 324 von ihnen haben die Nacht nicht überlebt. Regenwasser hat hier Säuren und Schwermetalle ausgewaschen. Darin zu baden, würde wahrscheinlich den Körper auflösen, langsam aber schmerzvoll. Es auszuprobieren ist eher nicht zu empfehlen.
Der See ist praktisch wie eine riesige Autobatterie, ätzend und unglaublich giftig. Fische leben darin keine. Allerdings wurden seltene Mikroben, Algen, Pilze und Bakterien darin gefunden, über die noch nicht wirklich viel bekannt ist. Man erhofft sich, diese könnten wirkungsvoll im Kampf gegen den Krebs eingesetzt werden.
Source 1 - Wikipedia (ger)
Source 2 (eng)
Source 3 (eng)
Samstag, 18. Juni 2011
Mit diesem Video möchte ich eine neue Reihe starten. Ich bin super fasziniert von unserer Erde. Es gibt jeden Tag - auch Dank des Internets - neue Orte, Dinge und Fakten zu entdecken, die ich gerne mit euch teilen möchte. Daher werde ich Postings dieser Art künftig mit dem tag "unser planet" versehen. Ich hoffe, es gefällt euch. Zum heutigen Posting gibt es folgendes zu sagen:
Dieses Video habe ich im Sommer letzten Jahres entdeckt. Seither sehe ich es mir wieder und wieder an obwohl ich es mega-gruselig finde. Warum? (Warum ich es gruselig finde? Warum ich es doch angucke?)
That's why: Ich bin eine Wasserratte, aber gleichzeitig jagen mir seit einem bestimmten Vorfall große Tiefen eine Heidenangst ein. Man schwimmt im warmen Wasser, plötzlich kommt eine kalte Strömung, da gerate ich in Panik. Auch ganz schlimm: nicht zu wissen was unter einem schwimmt oder wie tief genau es ist. Geht mal gar nicht!
Dieses Video finde ich gleichzeitig faszinierend wie auch mega-gruselig, trotzdem staune ich immer wieder drüber. Guillaume Nery ist Apnoe-Taucher, und das Video wurde von seiner Freundin Julie Gautier, ebenfalls Apnoe-Taucherin, gedreht.
Zwar sieht es im Video aus als wäre es ein einziger Tauchgang gewesen, in Wahrheit wurde aber zwei Tage lang gedreht, und dies beinhaltete mehrere Tauchgänge sowie Hilfsmittel wie bspw. Seile zum hinabtauchen. Trotzdem ist es super gemacht, und, soweit ich weiß, tatsächlich gänzlich ohne Sauerstoffflasche.
Das "Blue Hole" ist für mich ähnlich "schlimm" wie der Teufelstisch im Bodensee (50 m vom Ufer entfernt, befindet sich eine kleine Plattform, von der es aber plötzlich 90 m steil abwärts geht - natürlich unter Wasser, das macht es für meinen Geschmack aber auch nicht besser ;P).
"Dean's Blue hole" fängt nicht weit vom Ufer aus an, hierzu konnte ich nichts genaues finden, ich finde nur eine Seite, auf der steht, "the hole starts at depth 6 (18´) meter" (Quelle).
Wikipedia erzählt hierzu:
Dean's Blue hole liegt in einer Bucht westlich von Clarence Town auf Long Island, einer der Inseln der Bahamas im Nordatlantik. Es ist mit 202 m Tiefe das mit Abstand tiefste Blue Hole der Welt (Blue Holes sind ozeanografisch Öffnungen im Dach eines Küstensaumriffes).
Der 20 m tiefe Trichter ist kreisförmig und 25 bis 30 Meter breit. Darunter beginnt die eigentliche Höhle mit einem Durchmesser von bis zu 100 m. Diese ist die zweitgrößte bekannte Unterwasserhöhle und die neuntgrößte Höhle der Welt. Es gibt mehrere Hypothesen darüber, wie diese Höhle entstanden ist: Eine besagt, dass versickerndes Regenwasser während der letzten beiden Eiszeiten vor rund 15.000 Jahren in Risse im Kalksteinboden des Meeres gelangte und mit diesem reagierte. Eine andere Vermutung geht davon aus, dass eine noch größere unterirdische Höhle kollabierte und dabei eine kleinere entstand.
Sources:
Wikipedia (ger)
Wikipedia (eng)
Dieses Video habe ich im Sommer letzten Jahres entdeckt. Seither sehe ich es mir wieder und wieder an obwohl ich es mega-gruselig finde. Warum? (Warum ich es gruselig finde? Warum ich es doch angucke?)
That's why: Ich bin eine Wasserratte, aber gleichzeitig jagen mir seit einem bestimmten Vorfall große Tiefen eine Heidenangst ein. Man schwimmt im warmen Wasser, plötzlich kommt eine kalte Strömung, da gerate ich in Panik. Auch ganz schlimm: nicht zu wissen was unter einem schwimmt oder wie tief genau es ist. Geht mal gar nicht!
Dieses Video finde ich gleichzeitig faszinierend wie auch mega-gruselig, trotzdem staune ich immer wieder drüber. Guillaume Nery ist Apnoe-Taucher, und das Video wurde von seiner Freundin Julie Gautier, ebenfalls Apnoe-Taucherin, gedreht.
Zwar sieht es im Video aus als wäre es ein einziger Tauchgang gewesen, in Wahrheit wurde aber zwei Tage lang gedreht, und dies beinhaltete mehrere Tauchgänge sowie Hilfsmittel wie bspw. Seile zum hinabtauchen. Trotzdem ist es super gemacht, und, soweit ich weiß, tatsächlich gänzlich ohne Sauerstoffflasche.
Das "Blue Hole" ist für mich ähnlich "schlimm" wie der Teufelstisch im Bodensee (50 m vom Ufer entfernt, befindet sich eine kleine Plattform, von der es aber plötzlich 90 m steil abwärts geht - natürlich unter Wasser, das macht es für meinen Geschmack aber auch nicht besser ;P).
"Dean's Blue hole" fängt nicht weit vom Ufer aus an, hierzu konnte ich nichts genaues finden, ich finde nur eine Seite, auf der steht, "the hole starts at depth 6 (18´) meter" (Quelle).
Wikipedia erzählt hierzu:
Dean's Blue hole liegt in einer Bucht westlich von Clarence Town auf Long Island, einer der Inseln der Bahamas im Nordatlantik. Es ist mit 202 m Tiefe das mit Abstand tiefste Blue Hole der Welt (Blue Holes sind ozeanografisch Öffnungen im Dach eines Küstensaumriffes).
Der 20 m tiefe Trichter ist kreisförmig und 25 bis 30 Meter breit. Darunter beginnt die eigentliche Höhle mit einem Durchmesser von bis zu 100 m. Diese ist die zweitgrößte bekannte Unterwasserhöhle und die neuntgrößte Höhle der Welt. Es gibt mehrere Hypothesen darüber, wie diese Höhle entstanden ist: Eine besagt, dass versickerndes Regenwasser während der letzten beiden Eiszeiten vor rund 15.000 Jahren in Risse im Kalksteinboden des Meeres gelangte und mit diesem reagierte. Eine andere Vermutung geht davon aus, dass eine noch größere unterirdische Höhle kollabierte und dabei eine kleinere entstand.
Sources:
Wikipedia (ger)
Wikipedia (eng)
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